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Facebook Ads Camp Recap 2018

03
Mai 2018

„Sie haben die krassesten Namen der ganzen Branche nach Köln geholt. Dafür ein Mega-Applaus!“ Klare Botschaft von Moderator Felix Beilharz zum Auftakt des zweiten Facebook Ad Camps – wieder im Hilton, wieder mit vielen bekannten Gesichtern, wieder mit Klassentreffen-Feeling.

Ein Tag voller Input, richtig guten Speakern, großartigen Moderatoren, mega Networking-Chancen (und ein bisschen DSGVO-Verzweiflung). Worum es ging und was gerade die größten Topics sind? Wir haben zugehört und mitgeschrieben.

Chatbot, Live-Fragen und Bullshit-Bingo

Auch bei der zweiten Auflage des Ad Camps setzten Ben Küstner und Jan Stranghöner (Begrüßungszitat: „Wir sind heiß wie Frittenfett!“) auf einen Chatbot, der alle Fragen zu Orga, WLAN, Bier und Smoothies beantwortete. Inhaltliche Fragen an die Speaker wurden live über Sli.do gestellt. Neu in diesem Jahr: Das Bullshit-Bingo mit Buzzwords wie CTR, Cambridge Analytics, Last Click Attribution. Wer zuerst eine Reihe voll hatte, rief einfach rein – und konnte unter anderem eine Nerf Gun gewinnen. Spoiler: Die erste Reihe wurde schon beim ersten Speaker geknackt…

Kai Herzberger über harte Zeiten, Instagram-Stories und Voice-Werbeformate

Er ist Director DACH + EMEA für eCommerce & Transformational Retail bei Facebook – und zum Ads Camp brachte Kai Herzberger direkt von der F8 in Kalifornien alle News mit, die es bei Facebook gibt. Teilweise so neu und so geheim, dass wir hier nicht darüber schreiben können.

Was wir zitieren dürfen: „Die letzten Wochen waren sicherlich nicht einfach für euch und nicht für uns“, sagte Kai. „Aber wir zusammen werden das Ding weiter rocken!“ Und wie? Unter anderem mit Videos – denn Videos verkaufen, Videos funktionieren. Kai fragte außerdem, wer auf Instagram Story Ads setzt. Ein paar Teilnehmer, aber nicht genug. „Nächstes Jahr möchte ich hier alle Hände sehen“, war Kais klare Botschaft. „Das ist ein Format, das Kunden superstark annehmen.“ Sein nächster Rat: „Was ihr euch angucken solltet, ist das Thema Voice. Voice als Werbeformat.“

Als Kai am Ende noch eine Frage zur DSGVO beantwortete (wenig überraschend wurde das Thema über Sli.do angesprochen…), gab’s die erste Bingo-Gewinnerin. Respekt, so eine hohe Buzzword-Dichte hätten wir am frühen Morgen noch nicht erwartet.

Übrigens: Dieses Jahr unterstützte uns neben der Bild- und Film-Crew die Graphic Recorderin Ines Schaffranek von Pheminific. Danke für diese großartigen Sketch Notes – unter anderem von Kai Herzberger!

 

Die besten Hacks von Florian Litterst

Weiter ging’s mit richtig konkreten Tipps fürs Marketer-Tagesgeschäft:  Florian Litterst von adsventure.de versprach „7 Hacks, mit denen du deine Facebook Ads 2018 aufs nächste Level hebst“ – und er hat abgeliefert. Er sprach über Pixel Tracking als Schraubenzieher des Performance-Marketings und über Opt-Out-Lösungen, die beim Thema DSGVO helfen. Wir guckten uns Beispiele von „Super“ Dynamic Ads an, bei denen der CPO von 10 auf 5 Euro gesenkt werden konnte. „Sicher ein cooler Case, den man mal testen kann.“

Und auch Florian sprach über Instagram Story Ads. Klarer Rat: „Sollte man machen. Vor allem, weil sie gerade noch so günstig sind. Versucht, da ziemlich schnell draufzusteigen und ziemlich viel Gas zu geben.“ Wer diese Hacks sofort umsetzen will (okay, vielleicht morgen – nach Camp und Party): Für alle Camp-Teilnehmer gibt’s alle Slides zum Download, praktischerweise direkt über Florians eigenen Bot.

Steffen Jecke: Influencer-Marketing statt Facebook Ads? 

Klar, die Sache mit Influencern kann peinlich werden. So wie bei der Coral-Kampagne mit schmutzigen Promi-Mädchen aus dem letzten Jahr – oder bei der Bifi in der Badewanne, die angeblich nur Satire war. Steffen zeigte Fotos, bei denen das ganze Camp lachte. Aber einfach ignorieren sollten wir das Thema trotzdem nicht. (Vor allem, weil Facebook Ads aus Steffens Sicht nicht so günstig bleiben werden, wie sie heute sind.) „Um zu entscheiden, ob man auf Influencer Marketing setzt oder auf Facebook Ads, gibt es ein paar Kriterien, die wir durchgehen.“

Kurzfazit: Bei Kontrolle, Nachhaltigkeit, Skalierbarkeit, Messbarkeit und Rechtslage liegen die Facebook Ads vorn, bei Werbewirkung, Optik und Budget gewinnen die Influencer (dargestellt durch ein kleines Caro-Daur-Icon). Vor allem Skalierbarkeit ist eine Herausforderung, wenn man auf Marketing mit Instagram-Sternchen setzt: „Wenn ich bei Facebook Ads sehe, etwas funktioniert, dann kann ich es aufdrehen, einfach mehr in den Funnel reinschütten“, erklärte Steffen. „Aber wenn ich einem Influencer sage: Das Sofa-Posting lief gut, du machst jetzt nur noch Sofa-Postings – dann wird das nix.“

Dennis Fäckeler mit der B2B-Perspektive

„Ich möchte ich vor einem großen Fehler bewahren, den ich gemacht habe“, stieg Dennis in seinen Vortrag ein. „Ich habe früher gesagt: Facebook Ads für ein B2B-Start-up funktioniert nicht. Das war kompletter Bullshit.“

Deshalb zeigte Dennis heute den Camp-Besuchern, wie es funktionieren kann: Bei Homelike will er alle Channel – wie Ad Words, Facebook, LinkedIn, Xing und noch mehr – zusammenbringen. „Unsere Frage war: Wie kann man das Ganze connecten, um daraus am Ende das Beste herauszuziehen?“ Er sprach über Geo-Targeting, und Retargeting, über Psychographic Targeting und Keywords – und darüber, wie man bei Google Analytics ganz genau tracken kann, was wie viel gebracht hat. Denn: „Nur was messbar ist, ist auch passiert.“

Thomas Hutter: Was Dynamic Product Ads können 

Die Spontan-Umfrage vor Speaker 5 zeigte: Immerhin vier Menschen aus der ganzen Camp-Schar hatten von Thomas Hutter noch nichts gehört. Alle anderen kannten ihn – und haben seinem Auftritt vermutlich entgegengefiebert. Zusammen mit Nina Aemissegger gab er den Rundum-Überblick zu Dynamic Product Ads. „Wer einen Deep Dive erwartet, den muss ich enttäuschen“, sagte Thomas zu Beginn. „Aber wer nur oberflächliches erwartet, den auch.“

Die beiden tauchten schon ziemlich tief ein ins Thema: Wie schaffen wir es, die Kaufentscheidung beim User selbst zu generieren? Warum sollten wir Dynamic Ads als leistungsstarke Tools nutzen? Antwort: Sie sind skalierbar, sie sind always on, sie sind Cross-Device und dynamisch relevant. „In der Regel langweilen diese Ads nicht.“

Ein Hutter-Learning zum Schluss (nach vielen Slides mit ziemlich witzigen Gifs): Nicht nur auf den Facebook-Algorithmus verlassen, denn der liefert nicht immer genau das, was wir uns wünschen. „Wir greifen dann lieber mal manuell ein – weil viel nicht unbedingt immer gut ist.“

Andreas Grimm und Christian Penseler: Hacks, die Facebook nicht kennen soll

Gutes Essen, ganz viel Networking, noch ein grüner Smoothie zur Stärkung – nach der Pause ging’s weiter. „Wer kennt Viewtags und wer nutzt sie?“, wollte Moderator Lars Budde wissen. Ein paar Hände gingen nach oben. „Da gibt es offenbar für uns alle noch einiges zu lernen.“ Ein Job für Andreas Grimm und Christian Penseler.

Eine Kampagne ist eigentlich cool, aber irgendwann schwinden Klickrate und Performance – die beiden zeigten, was wir dagegen tun können. Frequency Capping mit Viewtags: User ausschließen, die eine Anzeige schon oft gesehen haben. „Wir zeigen euch Hacks, mit denen ihr Facebook manipulieren und in den Algorithmus eingreifen könnt“, versprachen Andreas und Christian. „Gut, dass Kai nicht mehr da ist. Wenn er wiederkommt: Erzählt es ihm nicht.“ Deshalb sparen wir uns auch hier die Details. Glückwunsch an alle, die gut zugehört (und alles verstanden) haben.

Christian Färber: Wie wir Tequila-Trinker finden

Wie können wir gezielt User erreichen, die gerne teuren Tequila kaufen – oder täglich Cola trinken? Christian Färber von Acxiom hat’s uns gezeigt. Er sprach über Third-Party-Data, First-Party-Data und People-Based Marketing. Wer sich damit auskennt und auf die Auswertung von Supermarkt-Einkäufen, Hobbys und Netflix-Favourites setzt, der findet die richtigen Kunden.

„Standard-Zielgruppen für Tequila-Trinker habe ich noch nicht gesehen, aber das ist keine Hürde“, stellte Christian klar. Daten sammeln, Infos auswerten, Zielgruppe definieren, aufs richtige Targeting setzen – fertig. „Das klappt genauso gut mit Tiefkühlpizza. Ich fand mit Blick auf den heutigen Abend Tequila ein gutes Beispiel.“

Viele Fragen am Ende: Wie bekommt man all diese Daten? Und ist das für die User wirklich okay? Stichwort DSGVO… „Nach Paragraf 6 f) ist für die Nutzung berechtigtes Interesse erforderlich“, erklärte Christian. „Und auch Online-Marketing gilt als berechtigtes Interesse.“ Na, wenn das so ist…

DSGVO: Viele schlechte Nachrichten

Vielleicht ist es aber doch nicht so einfach. Denn Thomas Thaler und Niklas Plutte sind gekommen, um über die DSGVO aufzuklären. Und sie stellten direkt klar: „Wir bringen jede Menge schlechter Nachrichten mit.“ Zum Start Bad News in Richtung Kai Herzberger: „Ihr seid’s bei Facebook natürlich Datenauftragsverarbeiter – auch wenn ihr es vorhin anders erzählt habt. Das stimmt einfach nicht, sorry.“

Und dann ging’s wieder um das „berechtigte Interesse“ aus Artikel 6, Absatz 1f). Aus Sicht von Thomas und Niklas eben nicht das Ende aller Marketing-Sorgen! „Es gibt keine knallharte Definition, mit der ihr arbeiten könnt“, stellte Niklas klar. Es kommt darauf an, was der User erwarten kann. Geht er davon aus, dass wir seine Daten erheben? Oder machen wir „ganz abgefahrene Sachen, die nur die Polizei darf“? Niklas: „Wer von euch solche Schweinereien macht, der hört sofort damit auf.“

Wer Hilfe bei der Erstellung von Datenschutzerklärungen braucht: Thomas und Niklas haben da was vorbereitet – hier geht’s zu ihrem ToolDen Rest müssen wir selbst erledigen. Und die 4 To-dos, die Niklas und Thomas uns bis zum 25. Mai mitgegeben haben, klingen ziemlich heftig.

Daniel Willms und Jochen Englisch: Facebook Ads bei Wetter Online

Dezente 20 Minuten Verzögerung, weil es zur DSGVO so unfassbar viel Redebedarf gab – dann kamen Daniel und Jochen von WetterOnline auf die Bühne. „Wetter: Ein Thema, bei dem jeder mitreden kann, deshalb vergleichen wir es gerne mit Toilettenpapier.“ Klar, jeder hat eine Wetter-App (schon vorinstalliert) oder fragt mal eben Siri – wie schafft man es, trotzdem eine in 40 Ländern erfolgreiche App zu etablieren? Und in allen App-Stores ganz oben zu landen?

Überraschung: unter anderem mit Facebook Ads. Erstmal lieferten die Speaker aus Bonn ein paar Grundlagen zu Werbeanzeigenmanager, Ad-Gestaltung und Kampagnenlaufzeit, dann folgte ein Best-Practice-Beispiel der Wetterprofis: Wie „The Beast from the East“ Facebook eroberte – und damit Wetter Online pushte.

GearBunch: Best-Best-Practice mit bunten Leggings

Startschuss für die erste englische Session: Dan aus Australien und Luuk aus den Niederlanden rockten die Bühne. Mit GearBunch haben sie eine der am stärksten wachsenden Online-Brands für Active-Wear erschaffen: „We made it from zero to five million in one year.“ Wie? Mit bunten Leggings, echtem Testing – und krasser Liebe zum Detail.

A/B-Test? Langweilig! Dan und Luuk ließen 40 Tests nebeneinander laufen: Farbe der Buttons tauschen, „Buy now“ gegen „Add to Cart“ testen. Testimonials zeigen, Trustbadges einbauen, Navigation entfernen. Ergebnis: 250% höhere CTR. Fassungslosigkeit im Camp-Publikum. Und Begeisterung.

Botschaften von Dan & Luuk: „Hit their heart, so you can later hit their wallet.“ Und: „Don’t be afraid to spend good money on good material.“ Außerdem: „Where everybody zigs, we zag.“ Klingt nach einem guten Plan.

Molly Pittman: Messenger! Nutzt den Messenger!

Es blieb englisch, es blieb spannend. Molly Pittman, Shootingstar der US-amerikanischen Marketingszene, kam aus Texas zum Ads Camp. Ihre Message: Vergesst E-Mails. „In zwei oder spätestens fünf Jahren werden wir hier sitzen und sagen: Wisst ihr noch, wie wir alle E-Mails geschrieben haben?“ Denken wir mal kurz drüber nach.

Die Alternative: der Facebook-Messenger – für alle Ad-Zwecke. Jemand kommentiert eine Ad? Er landet im Messenger: Talk to the bot! Jemand schickt eine Nachricht? Klar, er landet im Messenger. Jemand will den Rabatt-Code aus deiner Ad? Er landet im Messenger. „Die Ads sind viel günstiger, weil Facebook natürlich will, dass wir im Facebook-System bleiben – und niemanden auf andere Websites schicken.“ Positiver Nebeneffekt: Kein User muss Opt-in-Mails beantworten, verbannt uns in den Spam-Ordner, ist genervt vom vollen Posteingang.

Mollys Case Study von einer Nutrition Company aus den USA: Open Rates von 93%, 98% und 88% bei Messages über eine Woche hinweg. Impressive. Thanks, Molly!

Das große Finale: Q&A Super Panel

Endspurt mit allen Speakern auf der Bühne: Erst ein Gruppen-Selfie, dann wurden vorher eingereichte Kampagnen von „Geile Weine“ und „Recolution“ bewertet. Unendlich wertvolle Expertenmeinungen for free – und dann das Abschluss-Statement von Ben und Jan.

„Danke an alle Speaker und euch alle! Wir haben einen Vollrausch an Facebook-Content erlebt.“ Bis zum nächsten Jahr! „Der Termin für 2019 steht noch nicht, aber wir können jetzt schon versprechen: Wir werden noch internationaler – und dazu kommt natürlich wieder das Who-is-Who der deutschen Szene vorbei!“

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